A bottle of Held Vodka with AKA AKA

von Lev Nordstrom


Ein paar Tage vor unserem Held- Interview mit Hannes und Holger von AKA AKA, waren die beiden Hoffnungsträger elektronischer Tanzkultur in Moskau unterwegs. Um nicht schlecht dazustehen, nahm ich also vorsichtshalber eine Stunde vor dem Gespräch drei Esslöffel Öl zu mir und betrachtete dies keineswegs als unfairen Vorteil meinen noch ahnungslosen Interviewpartnern gegenüber. Wie sich jedoch im weiteren Verlauf des Abends herausstellen sollte, konnte keiner von uns ernsthaft vorbereitet sein auf das, was noch körperlich bei uns geschah. Ohne ins Detail gehen zu wollen und um uns allen die kollektive Neu- Demütigung zu ersparen, sagen wir abschließend jetzt einfach mal, danke AKA AKA für diesen bemerkenswerten Abend! Wir sind quitt. Cheers!

So, drei Gläser, Vodka, go! Wir sind On Air. Wie wars in Moskau?

Super. Wir waren im Soljanka. Das muss man sich vorstellen, wie die Wilde Renate in Luxusausführung. Ich steh an der Bar, da kommt ein Pärchen vom Dancefloor an und der Typ zu mir erst auf Russisch, dann auf Englisch, „Ah, why don‘t you drink your Vodka?“ „It‘s not my Vodka“, sage ich. Er dreht sich zur Frau um und bietet ihr den Vodka an. Sie lehnt ab. Der Typ also, „Oh, okay, then I drink it.“ „But it‘s my friend‘s Vodka“, rufe ich noch hinterher. „Oh, okay. No problem“, sagt er, „Champagne for everybody!“

Und warum trinkt ihr jetzt nicht euren Vodka? Cheers! Ihr seid zugezogen?

Ich (Holger aka The Ascent) bin ein waschechter und stolzer Ostfriese und das gebe ich auch ganz offen und ehrlich zu: Ich bin zugezogen! Ich (Hannes aka Cotumo) komme eigentlich aus dem Saarland.

Ihr seid inzwischen auch in den Charts angekommen?

Ja, wir sind bei Beatport, u.a. mit unserer Voegeln EP, oben mit dabei. Da sind drei Tracks drauf, die alle Vogel- Sounds beinhalten.

Ihr habt ja als Tag-Team in eurer Musik wahnsinnig viele humorvolle Elemente mit eingebaut, aber auch internationale Einflüsse sind wahrnehmbar.

Richtig, ja. Wir sind ständig auf der Suche nach interessanten Samples, nach interessanten Geräuschen. Wir sind geräuschfixiert. Alles was gut klingt. Eine unserer nächsten Investitionen wird ein vernünftiger Hard-Disc-Recorder sein, so einer zum transportieren.

Dann schicke ich euch später mal die Aufzeichnung von diesem Interview. Das könnte auch ein gutes Sample sein. Cheers!

Neulich kam ich aus der Tram raus und wurde grundlos von einem draufen Typen mit einem Gürtel attackiert.

Hattest du keine Angst? Cheers!

Nein, ich (Hannes) habe ja früher Tae Kwon Do gemacht. Also ich (Holger) habe früher Wing Tsun gemacht und das wichtigste ist das man eben zeigt, dass man kein Opfer ist. Solche Schlägertypen suchen ja nicht jemanden, der sich wehrt. Ich habe auch jahrelang Jiu-Jitsu gemacht. Aber ich bin normalerweise zahm wie ein Panda.

Ihr habt euch letztes Jahr erst kennengelernt?

Ja. Wir haben uns auf einer Open-Air Party kennengelernt. Da waren wir beide als DJ‘s.

Hach, wie schön.

Und wir waren in Vodka, äh Moskau.In Vodkau! Cheers!

Ihr habt gerade über MySpace zu einem Remix-Contest für „Vier Fäuste für ein Hallelujah“ aufgerufen.

Ja. Da haben über 1500 Leute mitgemacht. Eingereicht wurden letztlich knapp 150 Remixe, also gut 10%. Das ganze kommt Ende August auf Stil Vor Talent mit „Sie nannten ihn Mücke“ raus. Die ganze EP heißt dann „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“. Alles Bud Spencer und Terence Hill gewidmet.

Wir müssen nicht gleich weitertrinken. Ich habe nur schon mal wieder aufgefüllt. Wo arbeitet ihr eigentlich? Also wo macht ihr eure Musik?

Momentan bei mir (Hannes), aber wir ziehen bald ins Studio von Format B.

Das ist jetzt lustig. Jetzt habe ich mich nicht getraut, also ich wollte heute Abend nicht hier ankommen und euch einen Vergleich zu Format B aufzwingen. Aber für mich besteht da auf jeden Fall musikalisch eine Parallele.

Das ist ein Bass und Groove Ding. Wenn der Groove schon rockt, dann kann man alles machen. Vielleicht klingen Format B ja wie wir. Nein, nein. Vom Style her gibt es da auf jeden Fall Parallelen. Obwohl ich sagen würde, wir sind fröhlicher.

Was unterscheidet euch? Beziehungsweise Hannes sagt mal kurz, was ihn an Holger nervt und dann umgekehrt.

Nein, also nerven tut gar nichts. Wir haben wirklich Punkte, wo wir unterschiedlich sind, aber da ist es genau richtig, dass es so ist. Ich esse Fleisch, Hannes ist Vegetarier plus Fisch. Alles in Ordnung.

Außer AKA AKA sind euch keine anderen Pseudonyme eingefallen?

Nein, wir haben überlegt und überlegt und hatten immer Hannes und Holger aka dies, aka jenes, aka, aka, aka, aka…Ja klar, AKA AKA.

Alles klar! Wir gehen heute noch weg oder? Und Richard fährt.

Wir gehen ins Suicide Circus.

Richard, hilf uns mal. Obwohl, nein, du fährst ja.

So, was ist mit der zweiten Flasche?

Naja, die Interview-Reihe heißt eigentlich eine Flasche Held Vodka mit…

Na dann haben wir jetzt einfach zwei Flaschen Held Vodka mit AKA AKA. Macht doch auch Sinn.

Respekt. So, ich geh nochmal kurz aufs Klo. Geile Musik!

www.myspace.com/aliasakaaka

Interview Lev Nordstrom

Images Richard Kirschstein

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AKA AKA @ Freischwimmer 2010-07-16 by AKA AKA

 

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Lev Nordstrom

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